Kleider Markt

Die Zeit vergeht im Sause Schritt. Nachdem ich keine handarbeits-interessierten Begleiter gefunden habe, hab ich mich getraut und bin einfach mal alleine zum Markt zu fahren. Das hat sich schon nach Abenteuer angefühlt. Im  klapprigen Taxi quer durch die Stadt, überall dichter Verkehr, sehr viel Schmutz, Baustellen, Menschen, die einfach so am Straßenrand liegen und dann wieder schicke Häuser mit Grünanlagen. Irgendwann dann die Frage: "Here, mother?" so genau wußte ich das auch nicht, also einfach mal raus aus dem Taxi und hinein ins Getümmel. Am Straßenrand reiht sich eine Stand an den anderen, alle mit den traditionell bestickten weißen Baumwollkleidern und Schals für den Kirchenbesuch. Außerdem gibt es noch Bettüberwürfe, Tischwäsche und natürlich Kaffee, Obst, Gemüse. Die Geräuschkulisse: Autos, Kleinbusse mit ihren marktschreierischen Angeboten, spielende Kinder, Generatoren....verglichen mit anderen Ländern erstaunlich wenig aufdringliche Händler, was sehr angenehm war. Ich bin also eine Weile umhergeschlendert hab einen Schal zum ecoprinten gekauft und einen Stand mit Körben und Hornschmuck entdeckt. Der Markt scheint sehr groß zu sein und ehrlich gesagt hab ich mich nicht sehr weit getraut. Zum einen gab es sehr viele versteckte Ecken und zum anderen hab ich befürchtet die Orientierung zu verlieren. 

Ladenprojekt Wunjo

Adresse: Lange Straße 56, Baden-Baden

Öffnungszeiten:
MO-FR 10:00-12.30; 14:00-18:00
SA 10.00-14:00

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Über mich

Portrait Susanne Maurer

Geboren wurde ich in eine richtige Schneiderfamilie. Bei uns zu Hause haben alle ihre Kleider selbst genäht. Mein Opa war Herrenschneidermeister und ich profitiere bis heute von den Erbstücken. Da der Umgang mit Textilien für mich so selbstverständlich und normal war, sah ich keine Veranlassung, beruflich in die gleiche Richtung zu gehen, und habe zunächst etwas ganz anderes gelernt. Handarbeiten jeglicher Art waren aber immer meine Leidenschaft.

2008 habe ich zum ersten Mal von diesem Wundervlies gehört, das sich durch Waschen auflöst, und was man damit machen kann. Experimentierfreudig wie ich war (und bin), habe ich einfach drauflos genäht. Seit 2009 gebe ich Kurse an der VHS Landkreis Karlsruhe in Crazy-Wool-Technik und nehme 2-3 mal im Jahr an Kunsthandwerkermärkten teil. So wurde ein zweites berufliches Standbein daraus und wer weiß, was die Zukunft bringt?

Susanne Maurer